Das Weingut – Definition und Besonderheiten

Das Weingut – Definition und Besonderheiten

 Was Dich in diesem Blog erwartet:

  1. Unterschiede zu anderen Winzerbetrieben
  2. Wie bezeichnet man ein Weingut in anderen Ländern?
  3. Wer arbeitet in einem Weingut?
  4. Wie viel Wein wird in Deutschland angebaut?
  5. Wo wird Wein in Deutschland angebaut?
  6. Wie lange dauert es, einen Wein herzustellen?
  7. Wie viel Wein erhält man aus einem Rebstock?
  8. Wie heißen die 6 Prädikatsstufen von Wein?

     

    Was ist ein Weingut?

    Ein Weingut ist ein spezieller landwirtschaftlicher Betrieb, der sich darauf spezialisiert hat, Weinreben anzubauen. Von diesen Weinreben werden Trauben gewonnen, die dann zu Weinen oder auch zu weinähnlichen Erzeugnissen, wie Sekt, Perlwein oder auch Traubensaft weiterverarbeitet werden. Diese Weine, Sekte und Perlweine werden dann vom Weingut vermarktet und auch verkauft. Ein Weingut produziert also verschiedene Weinprodukte aus seinen Trauben. Zu den Aufgaben eines Weingutes zählt demnach der Anbau von Reben, die Pflege dieser Reben, die Weinlese, die Herstellung der Weine im Weinkeller, die Abfüllung sowie die anschließende Vermarktung und der Verkauf.

    Ein Weingut ist oftmals ein Familienbetrieb, der schon über mehrere Generationen in der Familie weitergegeben wurde. Die meisten Weingüter tragen auch den jeweiligen Familiennamen und vermarkten ihre Weine unter dieser Marke. Es gibt aber auch einige Weingüter mit adeligem oder auch klösterlichem Ursprung. Weingüter legen sehr viel Wert auf die Qualität ihrer Trauben und demnach auch sehr viel Wert auf die Qualität ihrer Weinerzeugnisse. Qualitätsunterschiede können hierbei durch die verschiedenen Beschaffenheiten der Böden, die Lage der Weinberge, das jeweilige Klima oder auch durch die Region, in der die Reben stehen entstehen. Diese Faktoren haben aber nicht nur Einfluss auf die Qualität der Weine, sondern auch auf den Ertrag, den das Weingut erwirtschaftet.

    Trauben der Piwi-Rebsorte Sauvignac

    Weingut ist aber auch nicht gleich Weingut. Viele Weingüter haben sich über die Zeit auf bestimmte Anbau- oder auch Ausbauweisen der Weine spezialisiert. Einige Weingüter haben sich zum Beispiel auf biologischen oder biodynamischen Weinbau spezialisiert. Diese Weingüter verwenden möglichst naturschonende Pflegemaßnahmen in den Weinbergen und müssen strengere Richtlinien befolgen als konventionelle Betriebe. Diese Richtlinien beziehen sich dabei nicht nur auf die Traubenproduktion, sondern auch auf die Weinbereitung im Weinkeller. Hier gibt es zum Beispiel das EU-Bio-Siegel oder auch weitere biologische Verbände, wie Demeter oder auch Bioland nach deren Richtlinien man sich zertifizieren lassen kann.

    Das Bio-Weingut Galler ist nach den strengen Richtlinien von Bioland zertifiziert und betreibt eine ganz besondere Form des Bio-Weinbaus. Um einer leblosen Monokultur entgegenzuwirken werden die Lössböden von Ansgar Galler zwischen den Rebzeilen mit bunt blühenden Einsaaten besät. Dadurch werden die Böden gelockert und Stickstoff wird auf natürliche Weise zugeführt. Nützlinge haben so ein gutes Umfeld und die Böden sind gleichzeitig vor Erosion geschützt. Bio-Weinbau zu betreiben, ist aber nicht nur gut für den Natur- und Umweltschutz, sondern auch für die Qualität des Weines, denn die wird vor allem durch gesunde Trauben erzeugt. Bio-Winzer sind vor allem an gesundem und konzentrierten Lesegut interessiert, damit sie auch im Weinkeller ihre Eingriffe auf ein Minimum reduzieren können, denn auch dort gelten strenge Richtlinien, was die Weinbereitung angeht. Dort sind zum Beispiel gentechnisch veränderte Hefen nicht zugelassen und auch weitere manipulative Eingriffe in den Wein sind verboten. Das Bio-Weingut Galler beschränkt darüber hinaus ihre Eingriffe auf das Nötigste, verzichtet auf Schönungsmittel und technische Eingriffe. In Zusammenarbeit mit der Natur halten so die Bio-Weine von Galler das Aroma der Trauben und spiegeln authentisch die Witterung der Jahreszeiten, die Böden, das Wasser und Licht wider.

      

    Unterschiede eines Weinguts zu anderen Winzerbetrieben

    Der Unterschied zwischen Weinbaubetrieben und einem Weingut liegt darin, dass Weinbaubetriebe ihre Trauben nicht selbst zu Wein weiterverarbeiten, sondern sie an Kellereien verkaufen. Zu ihren Aufgaben gehört die Pflege der Weinberge sowie die Traubenlese im Herbst. Diese Betriebe sind also nur für die Trauben zuständig, die für die Weinbereitung benötigt werden.
    In vielen Regionen gibt es auch Winzergenossenschaften. Diese Genossenschaften bestehen aus mehreren Winzern aus demselben Ort oder auch derselben Region, die sich zusammengeschlossen haben, um gemeinsam Weine zu produzieren und zu vermarkten. Hierbei werden die Trauben zentral gekeltert und anschließend unter einem gemeinsamen Namen vermarktet und verkauft.
    Weinkellereien kaufen die Trauben oder auch Weine verschiedener Winzer und vermarkten diese dann anschließend selbstständig.
    Das Weingut hat sich also auf viele Themengebiete spezialisiert. Vom Anbau der Rebe bis zur Vermarktung des Weines liegt alles in der Verantwortung des Weinguts.

     

    Wie bezeichnet man Weingüter in anderen Ländern?

    Während die meisten Weingüter in Deutschland Familiennamen tragen, gibt es auch einige adelige Betriebe, die oftmals „Schloss“ im Namen verwenden. Kirchliche Weingüter tragen meist „Kloster“ oder auch „Stift“ im Namen. Weitere Bezeichnungen für Weinbaubetriebe sind Winzer, Weinbauer oder auch Weinhauer.
    In Frankreich bezeichnet man Weingüter meist als „Château“ oder „Domaine“. In Italien nennt man die meisten Weingüter Azienda Agricola, Fattoria oder auch Azienda Vitivinicola. Noblere Ansitze heißen Tenuta oder Podere, Schlösser castello und Klöster abbazia.

     

    Bio-Weingut Galler - ein echter Familienbetrieb

    Wer arbeitet in einem Weingut?

    Die meisten Weingüter sind Familienbetriebe, in denen die gesamte Familie meist mit anpackt. Generell gibt es viele verschiedene Aufgaben in einem Weingut, die erfüllt werden müssen. Dazu zählt nicht nur der Anbau und die Pflege der Trauben, sondern auch die Vinifikation im Weinkeller und dann der anschließende Verkauf der fertigen Weine. Da es heutzutage ein sehr großes Angebot an verschiedenen Weingütern gibt, ist auch das Marketing und der Vertrieb immer wichtiger geworden.
    In kleineren Familienbetrieben liegt meist die Aufgabe der Pflege der Reben, die Weinlese, die Herstellung der Weine im Weinkeller und die Abfüllung der Weine in einer Hand. Bei größeren Betrieben ist dies nicht mehr möglich. Dort werden diese Aufgaben dann zwischen dem Winzer und dem Kellermeister aufgeteilt. Während der Winzer hauptsächlich für den Anbau der Trauben im Weinberg zuständig ist, ist der Kellermeister nur für die Vinifikation, d.h. den Ausbau der Weine im Weinkeller zuständig. Natürlich gehen diese beiden Berufe Hand in Hand, denn der Winzer muss für die gute Qualität der Trauben im Weinberg sorgen, damit der Kellermeister daraus gute Weine erzeugen kann. Eine Zusammenarbeit dieser beiden Berufsfelder ist daher unerlässlich. Die meisten Kellermeister arbeiten aber in Weinkellereien, die selbst keine Weinberge bewirtschaften, sondern nur für den Ausbau der Weine zuständig sind. Zu der täglichen Arbeit eines Kellermeisters gehört die Überwachung der Gärung, wobei er Maßnahmen zur Qualitätsverbesserung durchführt und in allen Ausbaustufen der Weine kontrolliert, dass die Qualität stimmt. Alle Entscheidungen bezüglich der Verarbeitung der Trauben sowie der Ausbau der Weine liegen also beim Kellermeister.

     

    Wie viel Wein wird in Deutschland angebaut?

    In Deutschland wird eine Rebfläche von 103 400 ha bewirtschaftet. Davon sind 69 400 ha mit weißen Reben bestockt, während 33 800 ha von roten Reben bestockt sind. Insgesamt überwiegt der Anteil von dem Anbau von Weißwein also deutlich dem Anteil von Rotwein in Deutschland.

     

    Kirchheim an der Weinstraße in der Weinanbauregion Pfalz

    Wo wird in Deutschland Wein angebaut?

    Besonders im Süden und in der Mitte Deutschlands wird aufgrund des relativ milden Klimas viel Wein angebaut. Insgesamt gibt es in Deutschland 13 offiziell zugelassene Anbaugebiete. Dazu gehört Ahr, Baden, Franken, Hessische Bergstraße, Mittelrhein, Mosel, Nahe, Pfalz, Rheingau, Rheinhessen, Saale-Unstrut, Sachsen und Württemberg. Zu den wohl bekanntesten und größten Weinanbaugebieten gehören Rheinhessen, die Pfalz sowie Baden. Seit 2020 wird in allen Flächenländern in Deutschland Weinbau betrieben. Die bekannte Rebsorte Riesling überwiegt im Anbau, denn im Jahr 2021 wurde ein Viertel der gesamten Rebfläche in Deutschland für diese Rebsorte genutzt. International bekannte Rebsorten wie z.B. Chardonnay, Sauvignon blanc, Cabernet Sauvignon und Merlot sind auch sehr weit verbreitet. Einen weitaus kleineren Anteil haben die neuen, ressourcenschonenden Rebsorten, die sogenannten Piwis. Das deutsche Weininstitut schätzt den Anteil der Piwis auf deutschen Rebflächen bei etwa 2,4 %, jedoch hat sich die Nachfrage in den letzten Jahren verdrei- bis vervierfacht, da diese Reben einen nachhaltigen Weinbau ermöglichen.

      

    Wie lange dauert es einen Wein herzustellen?

    Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten, da die Herstellung eines Weines vieler Schritte bedarf. Statistiken zeigten, dass pro Hektar Weinberg ungefähr 500 Arbeitsstunden im Weinberg anfallen.

     

     

    Wie viel Wein erhält man aus einem Rebstock?

    Allgemein unter Winzern wird die Faustregel 5 000 Rebstöcke pro ein Hektar angewendet. Im Schnitt erbringt ein Rebstock für einen Qualitätswein 1,5 bis 2,5 kg Weintrauben. Weiterverarbeitet entstehen daraus ca. 1,5 bis 2 Flaschen Wein. Bei Prädikatsweinen oder anderen Spezialitäten ist dieser Ertrag deutlich geringer. In Deutschland kann man etwa 55 bis 75 Liter Most bei 100 kg Trauben rechnen. Dies hängt aber stark von der Qualität der Trauben und damit auch stark von der Arbeit des Winzers ab. Die Qualität der Trauben und damit die Ertragsmenge kann vom Winzer durch verschiedene Maßnahmen verbessert werden. Dazu gehören der Rebschnitt, das Ausdünnen sowie den Traubenbruch.

      

    Wie heißen die 6 Prädikatsstufen von Wein?

    Weine werden anhand von sechs Prädikatsstufen eingeteilt. Weine werden anhand des Öchslegrades der Trauben in diese Prädikatssuden eingeteilt. Der Oechslegrad bezeichnet den Zuckergehalt im Most. Mit ihm lässt sich auch der Alkohol des künftigen Weines berechnen. Der Begriff geht auf Ferdinand Oechsle zurück, der 1836 die Mostwaage erfunden hat. Die daraus resultierenden Prädikatsstufen gehören zu den wichtigsten gesetzlich vorgeschriebenen Angaben auf einem Weinetikett.

    Die Prädikate in aufsteigender Reihenfolge:

    Kabinett: feine, leichte Weine aus reifen Trauben mit geringem Alkoholgehalt
    Spätlese: reife, elegante Weine mit feiner Frucht, die etwas später geerntet werden
    Auslese: edle Weine aus vollreifen Trauben, unreife Beeren werden ausgesondert.
    Beerenauslese: volle, fruchtige Weine aus überreifen, edelfaulen Beeren
    Eiswein: aus Trauben, die in gefrorenem Zustand unter minus 7 Grad Celsius gelesen und gefroren gekeltert werden, sodass nur das Frucht-Konzentrat ausgepresst wird. Das Mindestmostgewicht entspricht dem einer Beerenauslese.
    Trockenbeerenauslese: Aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren ist diese Prädikatsstufe die Spitze der Qualitätspyramide, süß und honigartig hat sie eine extreme Alterungsfähigkeit von Jahrzehnten. Solche Weine können nicht in jedem Weinjahrgang geerntet werden.

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